Kita-Beiträge: Nein zur pauschalen Erhöhung, Ja zugerechten Lösungen

Der Kreis Paderborn plant, die Elternbeiträge für Kitas und Kindertagespflege um 15 Prozent zu erhöhen, verbunden mit einer automatischen jährlichen Steigerung. Die SPD Borchen lehnt das ab und steht dabei Seite an Seite mit der SPD-Kreistagsfraktion.

Darum geht es

Im Kommunalwahlkampf haben wir, im Kreis wie in Borchen, für die beitragsfreie Kita geworben. An diesem Ziel halten wir fest. Uns ist klar, dass es angesichts der Haushaltslage nicht von heute auf morgen erreichbar ist. Ein Schritt in die entgegengesetzte Richtung ist für uns aber der falsche Weg. „Bildung beginnt nicht erst in der Schule, sondern in der Kita. Mit der geplanten Erhöhung wird am falschen Ende nach Geld gesucht, um Löcher im Haushalt zu stopfen“, sagt Fraktionsvorsitzender Björn Gorniak.

Was wir wollen

Wir lehnen die pauschale Erhöhung um 15 Prozent ebenso ab wie eine automatische jährliche Steigerung ohne erneute politische Entscheidung. Ausdrücklich unterstützen wir dagegen, dass Familien künftig bis zu einem Einkommen von 50.000 Euro statt bisher 30.000 Euro beitragsfrei bleiben. Die Befreiung für Geschwisterkinder soll für Familien mit kleinen und mittleren Einkommen erhalten bleiben. Und wer seinen Betreuungsbedarf bereits angemeldet hat, braucht Planungssicherheit statt kurzfristig höherer Kosten. „Wir stehen zu dem, was wir im Wahlkampf versprochen haben. Mit Elternbeiträgen saniert man keinen Haushalt, aber man überfordert damit schnell die Familien“, sagt Jannik Walter, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins.

Warum höhere Beiträge der falsche Weg sind

Von den gut 100 Millionen Euro, mit denen die Kitas im Bereich des Kreisjugendamtes jährlich gefördert werden, tragen die Eltern rund 5 Millionen. Eine Erhöhung schließt die Finanzierungslücke also nicht, belastet aber Familien spürbar. Häufig reduzieren dann die Mütter ihre Arbeitszeit, mit Folgen für Einkommen, Rente und Gleichstellung. Den Betrieben fehlen Arbeitskräfte, und der Gemeinde fehlen Einnahmen aus der Einkommensteuer. Dazu kommt, dass die Zahl der Kita-Kinder im Kreis sinkt. „Wenn Familien wegen höherer Beiträge weniger Betreuung buchen, drohen Gruppenschließungen. Dann würden wir dafür bestraft, dass wir den Kita-Ausbau konsequent umgesetzt haben“, warnt Hendrik Zernke, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Schule, Kultur, Jugend und Sport.

Gerechtere Wege, wenn mehr Geld nötig ist

Wer eine Erhöhung ablehnt, sollte sagen, wie es anders gehen kann. Hält der Kreis zusätzliche Einnahmen für unausweichlich, gibt es aus unserer Sicht gerechtere Wege als 15 Prozent für alle. Denkbar wäre eine nach Einkommen gestaffelte Anpassung: keine Erhöhung in den beitragsfreien Stufen, eine moderate in mittleren und eine stärkere in hohen Einkommensstufen. Auch ein reduzierter Beitrag für Geschwisterkinder, etwa die Hälfte, könnte eine Variante sein, wenn er erst bei hohen Einkommen greift. Daneben gehört auf den Tisch, wie die zusätzlichen Landesmittel aus der KiBiz-Reform ab 2027/28 den kommunalen Zuschussbedarf senken und wie Arbeitgeber, etwa über Belegplätze, stärker eingebunden werden können. Diese Varianten wollen wir offen diskutieren. Klar ist für uns: Familien mit kleinen und mittleren Einkommen dürfen nicht zusätzlich belastet werden.

Diskussionen sollte man auch auf die Ebenen der Steuern lenken, denn die Betreuung von Kindern und die Ausbildung sind keine Thematik die ‚nur den Eltern‘ zugesprochen werden sollten. Hier sollten die Systeme vereinfacht, klarer und gerechter werden. Warum dieses wichtig ist, ist für die SPD Borchen sehr transparent: Investieren wir nicht in die Ausbildung und in die Betreuung der Kinder und Jugendlichen, dann schaffen wir uns langfristig Herausforderungen in der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nicht nur in der Region, sondern auch auf Bundesebene.

Land und Bund in der Pflicht

Die Kita-Finanzierung in NRW ist seit Jahren nicht auskömmlich. Wer Rechtsansprüche und Standards setzt, muss die Kommunen auch entsprechend ausstatten. Haushaltslöcher vor Ort dürfen nicht über die Eltern gestopft werden.

Gemeinsam im Kreis

Weil Stadt und Kreis Paderborn die Beiträge gemeinsam festlegen, betrifft die Entscheidung im November alle Familien im Kreis. Wir stimmen uns deshalb mit den SPD-Ortsvereinen im Kreisgebiet ab und setzen uns gemeinsam für eine familienfreundliche Lösung ein.

Die ausführliche Stellungnahme mit allen Hintergründen gibt es hier als PDF:

Aufbruch in Borchen: Unsere Fraktion stellt sich neu auf

In der Krise beweist sich der Charakter, und wir sehen darin vor allem eine Chance. Am 12. Oktober hat unsere Ratsfraktion Björn Gorniak zum neuen Vorsitzenden gewählt, bei einer Enthaltung. An seiner Seite steht Leon Scholtyssek als Stellvertreter, Jürgen Schmidt bleibt Fraktionsgeschäftsführer.

Danke, Michael und Lea

Michael Hartmann
Lea Bendt

Michael Hartmann und Lea Berndt haben ihre Ratsmandate niedergelegt. Michael war über Jahre unser Garant für Finanz- und Baupolitik, Lea hat uns mit enormem Einsatz durch den Wahlkampf geführt. Wir sind froh, dass beide der SPD Borchen erhalten bleiben, und wollen ihre Erfahrung auch künftig einbinden. Volker Tschischke hat die Fraktion und die SPD verlassen; sein über die SPD-Reserveliste erhaltenes Ratsmandat behält er.

Neu im Rat: Björn Gorniak und Jannik Walter

Björn Gorniak
Jannik Walter

Björn (44) lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Nordborchen und kennt die Fraktionsarbeit als bisheriger Fraktionsassistent von innen. Beruflich ist er Produktmanager für Software im Sozial- und Gesundheitswesen bei der Connext Communication GmbH. Jannik ist Vorsitzender unseres Ortsvereins, damit rücken Partei und Fraktion noch enger zusammen. Beruflich ist er Sachbearbeiter in der Buchhaltung einer öffentlichen Verwaltung, in seiner Freizeit betreut er Kinder und Jugendliche beim DPSG-Stamm Nordborchen. Ihre Bedürfnisse liegen ihm besonders am Herzen.

Unsere Schwerpunkte

Haushaltssicherung, anstehende Sanierungen, Schulsozialarbeit und vor allem: aktiv in die Zukunft investieren, etwa mit dem interkommunalen Gewerbegebiet und neuen Baugebieten. Dafür reichen wir allen demokratischen Fraktionen die Hand.

„Am Ende zählt nur, was für Borchen gut ist“, sagt Björn. „Wir wollen nicht abwarten, sondern anpacken.“

Ein herzliches Dankeschön an Bürgermeister Uwe Gockel und die Verwaltung für den freundlichen Empfang, an Leon für die kommissarische Leitung und an unseren Ortsverein für die Rückendeckung.

Sprecht uns an! Björn und Leon haben ein offenes Ohr bjoern.gorniak@spd-borchen.de

SPD-Ratsfraktion Borchen stellt sich neu auf

Björn Gorniak zum Fraktionsvorsitzenden gewählt – Leon Scholtyssek Stellvertreter

Borchen, 16.10.2026. Die SPD-Fraktion im Rat der Gemeinde Borchen hat eine neue Spitze. In ihrer Sitzung am 12. Oktober wählten die Fraktionsmitglieder Björn Gorniak zum neuen Vorsitzenden. Stellvertretender Vorsitzender bleibt Leon Scholtyssek, der die Fraktion in den vergangenen Wochen kommissarisch geführt hat. Jürgen Schmidt bleibt ebenfalls der Fraktion erhalten als Fraktionsgeschäftsführer.

Vorausgegangen waren personelle Veränderungen. Michael Hartmann und Lea Berndt haben ihre Ratsmandate niedergelegt, bleiben der SPD aber als Mitglieder verbunden. Über die Reserveliste sind Björn Gorniak und Jannik Walter in den Rat nachgerückt. Der bisherige Fraktionsvorsitzende Volker Tschischke hat die SPD und die SPD-Fraktion verlassen. Sein Ratsmandat, das er über den Listenplatz der SPD erhalten hatte, behält er.

„Michael Hartmann hat die Fraktion über Jahre mit seinem Fachwissen in der Finanz- und Baupolitik geprägt, Lea Berndt hat die SPD Borchen mit großem Einsatz durch den Kommunalwahlkampf geführt. Beiden gilt unser herzlicher Dank“, sagt Gorniak.

Der 44-jährige Gorniak lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Nordborchen und war bislang Fraktionsassistent. Beruflich ist er Produktmanager bei der Connext Communication GmbH und verantwortet dort Software für das Sozial- und Gesundheitswesen. Jannik Walter ist Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Borchen; mit ihm rücken Partei und Fraktion noch enger zusammen. Beruflich ist er Sachbearbeiter in der Kämmerei einer öffentlichen Verwaltung. In seiner Freizeit engagiert er sich in der Jugendbetreuung beim DPSG-Stamm Nordborchen, deshalb liegen ihm die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen besonders am Herzen.

Für Gorniak steht die Sachpolitik im Vordergrund: „Kommunalpolitik ist nicht der Ort für parteipolitische Grabenkämpfe. Am Ende zählt nur, was für Borchen und unsere Ortsteile gut ist. Deshalb wollen wir nicht abwarten und abnicken, sondern aktiv Angebote machen und mit allen demokratischen Fraktionen zusammenarbeiten.“

Die größte Aufgabe sieht die Fraktion in der Haushaltslage. „Da liegt eine Menge Arbeit vor uns, und wir werden schwierige Entscheidungen treffen müssen. Uns ist wichtig, dass die Lasten fair verteilt werden“, so Gorniak. Die größte Chance liege im interkommunalen Gewerbegebiet in Borchen mit Paderborn, in der Ansiedlung von Unternehmen und in neuen Baugebieten. „Wir müssen aktiv in die Krise investieren, statt nur zu sparen.“ Weitere Schwerpunkte seien die anstehenden Sanierungen und die Schulsozialarbeit.

Gorniak bedankt sich ausdrücklich für den Start: „Bürgermeister Uwe Gockel hat uns sehr herzlich empfangen, und die ersten Gespräche im Rathaus waren ausgesprochen konstruktiv. Die Verwaltung hat den Wechsel schnell und unkompliziert begleitet. Ebenso danke ich dem Ortsverein und der Fraktion, die geschlossen hinter dieser Neuaufstellung stehen.“ Leon Scholtyssek blickt auf die Übergangszeit zurück: „Ich habe die kommissarische Leitung gern übernommen und freue mich, jetzt im neuen Team weiterzuarbeiten.“ Jannik Walter ergänzt: „Ich freue mich darauf, meine Erfahrung aus der öffentlichen Verwaltung jetzt direkt in die Ratsarbeit einzubringen und mich besonders für die Kinder und Jugendlichen in Borchen starkzumachen.“

SPD Borchen fordert kooperativen Neustart der Planungen 

Die bisherigen Planungen zur Neugestaltung der Paderborner Straße in Höhe des EDEKA-Marktes müssen bis auf Weiteres zurückgestellt werden. Grund: Der Zugriff auf die zwingend benötigten Grundstücke ist derzeit nicht gesichert, was eine bauliche Umsetzung des Vorhabens im gegenwärtigen Stadium ausschließt.

Borchen, 16. September 2026. Die SPD-Ratsfraktion ist sich einig: Die Entwicklung dieses Bereichs darf damit nicht beendet sein. „Wir sind überrascht gewesen, dass die Planung nach dem Gerichtsurteil vollständig aufgegeben wird. Aufgrund der komplexen Vorgeschichte sollte jetzt der Blick nach vorn gerichtet werden“, erklärt der Fraktionsvorsitzende der SPD-Borchen, Volker Tschischke die Situation und führt weiter aus: „Unser gemeinsames Ziel im Sinne von Borchen muss es sein, eine tragfähige Lösung für die Verkehrssituation und vor allem für die weitere Entwicklung des Einzelhandelsstandorts zu finden.“

Die Verkehrssituation an der Paderborner Straße und die Zukunftsaussichten des EDEKA-Marktes stehen aus Sicht der Sozialdemokraten in einem engen Zusammenhang. Im Rahmen der abgeschlossenen Beratungen wurden unterschiedliche Lösungsansätze betrachtet. Unter den nun veränderten Rahmenbedingungen sollten diese Alternativen erneut bewertet und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden. 

Bereits bei den damaligen Beratungen im Rat hatten die SPD und die FWB beantragt, die Entscheidung über die vorgeschlagene Kreisverkehrslösung zu vertagen und noch einmal in die Detailbetrachtung zu gehen. Dieser Antrag wurde von der Ratsmehrheit aus CDU und Grünen abgelehnt. Eine Verschiebung hätte zusätzliche Zeit schaffen können, um offene Fragen – insbesondere zur Grundstückssituation und zu den weiteren planerischen Voraussetzungen – eingehender zu klären. 

„Wir wollen die damalige Diskussion nicht erneut aufrollen oder Verantwortlichkeiten suchen. Entscheidend ist, dass wir gemeinsam im Sinne von Borchen überlegen, welche Möglichkeiten unter den aktuellen Bedingungen noch bestehen“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Volker Tschischke. 

Aus diesem Grund regt die SPD an, dass die Gespräche über die weitere Entwicklung des Bereichs wieder aufgenommen und dabei alle relevanten Perspektiven betrachtet werden . Ein gemeinsamer Austausch zwischen Politik, Verwaltung, Grundstückseigentümern und gegebenenfalls weiteren Beteiligten könnte dazu beitragen, neue Perspektiven zu entwickeln und mögliche Alternativen auszuloten. 

„Wir würden es begrüßen, wenn man noch einmal gemeinsam an einen Tisch kommt. Die Interessen des Ortes, der Wirtschaft und einer sicheren Verkehrsführung sollten dabei zusammengebracht werden“, betont Tschischke. 

Ziel müsse es sein, unter den aktuellen Voraussetzungen eine langfristig tragfähige Lösung für Borchen zu entwickeln. Die SPD spricht sich daher dafür aus, die Planungen beziehungsweise die Gespräche zur weiteren Entwicklung des Bereichs wieder aufzunehmen und mögliche Umsetzungswege ergebnisoffen zu prüfen.

Transparenz ist kein Luxus: Warum das Industriegebiet wichtig für Borchen ist.

Ein Monitoring für das interkommunale Industriegebiet „Im Klee“ wurde abgelehnt. Dabei hätte es vor allem eines geschaffen: Transparenz und Klarheit über das Projekt, das die Zukunft Borchens mitgestaltet.

Borchen, 13. Juli 2026. Es sind oft nicht die spektakulären Entscheidungen, die kommunalpolitisch den Unterschied machen, sondern die vermeintlich technischen. Der Antrag auf ein regelmäßiges Monitoring und Reporting für das interkommunale Industriegebiet „Im Klee“ gehört in diese Kategorie. Der Antrag wurde im Bau- und Umweltausschuss sowie im Haupt- und Finanzausschuss abgelehnt und ist doch von größerer politischer und öffentlicher Tragweite, als das Abstimmungsergebnis vermuten lässt.

Denn hinter der Frage, ob halbjährlich Bericht erstattet wird, verbirgt sich mehr als Verwaltungstechnik. Es geht um den politischen Anspruch, ein Großprojekt aktiv zu steuern, statt sich darauf zu beschränken, es nur zur Kenntnis zu nehmen. Und es geht um die Frage, ob sich zwischen beiden Haltungen nicht ein pragmatischer Mittelweg finden lässt.

Was war da eigentlich los im Bau- und Umweltausschuss/ im Haupt- und Finanzausschuss? Im Rahmen der Beratungen im Bau- und Umweltausschuss sowie im Haupt- und Finanzausschuss stand der Antrag der Freien Wähler Borchen im Mittelpunkt, ein regelmäßiges Monitoring für das interkommunale Industriegebiet „Im Klee“ einzuführen. Ziel des Antrags war es, den Rat in festen Intervallen, mindestens halbjährlich, strukturiert über Kostenentwicklung, Planungsfortschritt und Einhaltung zentraler Meilensteine zu informieren und damit eine belastbare Vergleichbarkeit zwischen Planung und tatsächlicher Umsetzung herzustellen.

Die Diskussion darüber verlief sachlich, zugleich jedoch erkennbar gegensätzlich in der Bewertung. Befürworter hoben die Bedeutung eines solchen Monitorings als Instrument der Transparenz und Frühsteuerung hervor, insbesondere bei einem Projekt dieser Größenordnung und finanziellen Tragweite. Kritisch wurde hingegen aus der Verwaltung eingewandt, dass ein formalisiertes Berichtswesen zusätzliche Kosten verursachen könne und die Verwaltung den Rat bereits jetzt regelmäßig und ausreichend informiere.

Der Antrag der FWB-Fraktion ist in seiner Anlage bemerkenswert unaufgeregt: Die Verwaltung sollte den Rat mindestens halbjährlich über Baukosten, Planungsstände und den Umsetzungsfortschritt informieren, inklusive einer Gegenüberstellung von Soll- und Ist-Kosten sowie der Einhaltung von Zeitplänen und Meilensteinen.

Das ist weder ungewöhnlich noch überzogen. Es ist, nüchtern betrachtet, ein klassisches Instrument moderner Projektsteuerung. Gerade bei einem der größten Bau- und Planungsprojekte der Gemeinde, wie es im Antrag selbst ausdrücklich heißt, wäre eine solche strukturierte Berichterstattung kein Sonderweg, sondern der Regelfall professioneller Governance.

Die Argumente gegen den Antrag sind nachvollziehbar, greifen aber zu kurz. Zusätzliche Kosten wurden angeführt, ebenso der Hinweis, die Verwaltung informiere bereits ausreichend. Beides ist für sich genommen nicht falsch. Entscheidend ist jedoch der Blick auf das Ganze.

Erstens: Kosten. Ein Monitoring erzeugt Aufwand, zweifellos. Doch die entscheidende Frage ist, wie dieser Aufwand im Verhältnis zur Gesamtgröße des Projekts zu bewerten ist. Ein Industriegebiet dieser Dimension wird gemeinsam mit der Stadt Paderborn entwickelt. Es hat erhebliche finanzielle Tragweite und langfristige Auswirkungen auf Gewerbeansiedlung, Beschäftigung und kommunale Einnahmen. Deshalb verlangt es nach belastbaren Steuerungsinstrumenten. Bei einem Projekt dieser Größe ist Transparenz kein sinnvoller Ansatzpunkt zum Sparen. Monitoring ist kein Selbstzweck, sondern ein Frühwarnsystem: Es zeigt Abweichungen, bevor sie politisch oder finanziell problematisch werden.

Zweitens: Information. Der Hinweis, der Rat werde bereits informiert, ist richtig, aber dennoch unzureichend. Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen situativen Berichten und einem formalisierten Monitoring. Letzteres bedeutet Verlässlichkeit: gleiche Struktur, regelmäßige Intervalle, klare Kennzahlen. Es schafft Vergleichbarkeit über die Zeit hinweg. Vor allem aber setzt es ein politisches Signal in die Öffentlichkeit: Dieses Projekt ist prioritär und wird systematisch begleitet.

Genau hier liegt die politische Bedeutung des abgelehnten Antrags. Ein Monitoring wäre nicht nur ein Instrument gewesen, sondern auch ein Bekenntnis: zur aktiven Rolle des Rates, zur Bedeutung des Industriegebiets und zur Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit.

Diese Logik erklärt, warum der Antrag über Fraktionsgrenzen hinweg Zuspruch fand. Wirtschaftliche Entwicklung ist kein Selbstläufer, sondern ein gestaltbarer Prozess. Ein Industriegebiet ist kein reines Flächenprojekt; es ist ein Bestandteil struktureller Standortpolitik. Arbeitsplätze entstehen, lokale Unternehmen profitieren von Aufträgen, Gewerbesteuereinnahmen sichern langfristig die finanzielle Handlungsfähigkeit. Diese Zusammenhänge verlangen nicht weniger, sondern mehr politische Aufmerksamkeit.

Hinzu kommt ein Aspekt, der in der Debatte häufig unterschätzt wird: Transparenz ist keine interne Angelegenheit. Der Antrag betont ausdrücklich, dass Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten sollen, den Projektverlauf nachzuvollziehen. Das ist keine Nebensächlichkeit, sondern ein demokratischer Kernpunkt. Große Projekte schaffen Akzeptanz nicht allein durch Beschlüsse, sondern durch nachvollziehbare Entwicklung.

Die Sorge, ein Monitoring könne als Misstrauensbeweis gegenüber der Verwaltung verstanden werden, ist dabei fehlgeleitet. Im Gegenteil: Klare Berichtsroutinen entlasten Verwaltung und Politik gleichermaßen, weil sie Erwartungen definieren und Ad-hoc-Anfragen reduzieren. Dieser Punkt wird im Antrag ausdrücklich genannt.

Dass selbst innerhalb anderer Fraktionen, etwa der CDU, unterschiedliche Bewertungen sichtbar wurden, zeigt zudem: Die Notwendigkeit strukturierter Transparenz wird durchaus erkannt. Umso mehr überrascht das Abstimmungsergebnis. Es wirft die Frage auf, ob dabei eher die Sorge vor zusätzlichem Aufwand den Ausschlag gab als eine grundsätzliche Ablehnung des Instruments.

Dabei hätte sich ein pragmatischer Mittelweg angeboten: ein klar definiertes, schlankes Reporting in festen Intervallen. Keine Überregulierung, sondern gezielte Steuerung. Genau das, was moderne Projektführung ausmacht. Das Monitoring wurde abgelehnt, das Projekt bleibt. Und mit ihm die Verantwortung, es nicht nur zu entwickeln, sondern auch nachvollziehbar zu begleiten.

Wer bei einem der wichtigsten Vorhaben der Gemeinde sagt, bestehende Informationswege reichten aus, beschreibt den Status quo. Wer Monitoring fordert, will mehr: Systematik, Vergleichbarkeit, Öffentlichkeit. Man kann den Antrag daher für entbehrlich halten. Ob es klug ist, wird die Zeit zeigen. Denn am Ende gilt auch auf kommunaler Ebene ein einfacher Grundsatz: Große Projekte geraten selten ins Wanken, weil sie zu gut beobachtet wurden, sondern weil man zu lange glaubte, es werde schon gut gehen. Ein Kompromiss böte sich an: gemeinsam mit Ratsmitgliedern sowie Bürgerinnen und Bürgern ein schlankes, wirksames Monitoring auszuarbeiten und mit Leben zu füllen. Diese Chance sollte der Rat nutzen, denn Idee und Intention sind mit der Ablehnung des Antrags nicht erledigt.

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Demokratie braucht Haltung – und keine Drohkulissen

Die Debatte um die Trierer Erklärung im Borchener Haupt- und Finanzausschuss zeigt, wie schnell politische Selbstverständlichkeiten unter Druck geraten können – und wie notwendig ihre Verteidigung durch die demokratischen Parteien ist.

Borchen, 10. Juli 2026 – Es ist ein Vorgang, der auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche kommunalpolitische Auseinandersetzung wirkt. Doch die Diskussion um die Trierer Erklärung im Rahmen des Haupt- und Finanz-Auschuss offenbart mehr: Sie zeigt, wie fragil der Konsens über demokratische Grundwerte geworden ist – und wie leicht angebliche juristische Argumente instrumentalisiert werden können, um politische Positionierung zu verhindern.

Was war da eigentlich los im Haupt- und Finanzausschuss? Im Rahmen der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 9. Juli 2026 stellte Bürgermeister Uwe Gockel zu Beginn die übliche Verfahrensfrage, ob Änderungsanträge zur Tagesordnung vorlägen. Vertreter der Alternative für Deutschland beantragten daraufhin, d en Punkt „Unterzeichnung der Trierer Erklärung“ abzusetzen. Zur Begründung wurde angeführt, eine Zustimmung könne aus juristischer Perspektive erhebliche Risiken bis hin zu persönlichen Strafzahlungen für Ausschussmitglieder nach sich ziehen. Unter Verweis auf angeblich vorhandene rechtliche Expertise wurde diese Einschätzung mit deutlicher Vehemenz vorgetragen und eröffnete eine Debatte, die von einer spürbaren Drohkulisse und zugespitzter Rhetorik geprägt war. Der Ausschuss folgte diesem Antrag jedoch nicht: In einer abschließenden Abstimmung entschied sich eine klare Mehrheit, den Tagesordnungspunkt aufrechtzuerhalten und damit die inhaltliche Auseinandersetzung zu führen.

Die Trierer Erklärung, ursprünglich aus kommunalpolitischen Kontexten hervorgegangen, ist ein Gesetz, keine Satzung und schon gar kein Rechtsakt mit unmittelbarer Außenwirkung. Vielmehr handelt es sich um eine politische Selbstverpflichtung: ein gemeinsames Statement demokratisch legitimierter Akteure, sich zu den Grundwerten der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu bekennen. In juristischen Begriffen gesprochen: Es handelt sich um eine politische Willensbekundung, nicht um eine rechtlich bindende Norm. Eine Willensbekundung die auch in diesem Zusammenhang in Borchen aktuell eingebracht wurde – durch die Parteivertreter der Grünen, gemeinsam mit SPD, CDU, Freien Wählern und FDP abgestimmt.

Gerade der Unterschied zwischen Willen und Norm ist der Unterschied – und wurde in der aktuellen Debatte offenbar bewusst oder fahrlässig durch eine Partei verwischt. Denn die Behauptung, Ratsmitglieder könnten durch eine Zustimmung zu einer solchen Erklärung rechtliche Risiken bis hin zu hohen persönlichen Strafzahlungen in Höhe von 250.000 € im Einzelfall eingehen, entbehrt bei nüchterner Betrachtung jeder tragfähigen Grundlage. Kommunalrechtlich ist ein solcher Beschluss eine Ausprägung der politischen Meinungs- und Willensbildung im Rat, geschützt durch Artikel 28 des Grundgesetzes (kommunale Selbstverwaltung) sowie Artikel 5 (Meinungsfreiheit).

Die Rechtsprechung hat wiederholt klargestellt, dass politische Gremien berechtigt sind, Stellungnahmen zu grundlegenden gesellschaftlichen Fragen abzugeben – solange sie keine konkreten Verwaltungsakte oder diskriminierenden Maßnahmen daraus ableiten. Ein bloßes Bekenntnis zu demokratischen Werten stellt gerade keine Rechtsverletzung dar, sondern entspricht im Gegenteil dem verfassungsrechtlichen Auftrag, die freiheitliche Grundordnung zu schützen.

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 Klarstellung der SPD Borchen zum Artikel: „Kritik an der Infraschall- Studie wächst“ vom 19.06.2026 

Seit der Veröffentlichung des Artikels haben uns vermehrt Borchener Bürgerinnen und Bürger angesprochen. Daher möchten wir, die SPD Borchen und die SPD-Ratsfraktion, gerne unsere Position darstellen und erläutern. 

Die SPD Borchen und die SPD-Ratsfraktion stehen weiterhin klar und deutlich hinter der Energiewende und dem notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Ausbau der Windkraft ist dabei ein unverzichtbarer Baustein für eine sichere, klimafreundliche und langfristig bezahlbare Energieversorgung. 

Vor diesem Hintergrund unterstützen wir die Ausweisung und Entwicklung der im Regionalplan Wind der Bezirksregierung Detmold vorgesehenen Flächen. Die Planungen beruhen auf rechtsstaatlichen Verfahren, fachlichen Abwägungen und den geltenden gesetzlichen Vorgaben. Sie schaffen die Grundlage dafür, dass die Region ihren Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele und der Energiewende leisten kann. 

Die derzeitige Diskussion um die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Infraschall um Prof. Dr. Christian Vahle und Oliver Dietz nehmen wir zur Kenntnis. Zugleich stellen wir unmissverständlich klar: Die SPD Borchen und die SPD-Ratsfraktion distanzieren sich von diesen Ergebnissen als Grundlage politischer Entscheidungen zur Windkraftplanung in Borchen. Wir machen uns die darin vertretenen Thesen nicht zu eigen und erkennen sie nicht als belastbare wissenschaftliche Grundlage für unsere politische Bewertung an. 

Nach unserer Einschätzung sind die Ergebnisse der Arbeitsgruppe nicht geeignet, die fachlichen Grundlagen des Regionalplans Wind, die geltenden Planungsverfahren oder die grundsätzliche Notwendigkeit des Ausbaus erneuerbarer Energien infrage zu stellen. Bestehende Kritik, unter anderem dargestellt im Faktencheck der Tagesschau vom 10.06.2026 sowie in der Stellungnahme des Umweltbundesamtes, bestätigt für uns, dass diese Ergebnisse sehr kritisch eingeordnet werden müssen. 

Für die SPD Borchen und die SPD-Ratsfraktion bleibt maßgeblich: Unsere politische Haltung zur Windkraftplanung beruht nicht auf den Einschätzungen dieser Arbeitsgruppe, sondern auf den geltenden gesetzlichen Vorgaben, den zuständigen Fachbehörden, den demokratisch vorgesehenen Planungsverfahren und unserer Verantwortung für eine sichere, klimafreundliche und langfristig bezahlbare Energieversorgung. 

Rückblickend müssen wir feststellen, dass die unterschiedlichen Rollen von Volker Tschischke in der öffentlichen Darstellung nicht klar genug voneinander getrennt wurden. Volker Tschischke wurde 

zunächst in seiner Funktion als Vorsitzender von Vernunftkraft NRW zu den Ergebnissen der Arbeitsgruppe Infraschall befragt. Im weiteren Verlauf der Kommunikation ging es auch um seine Funktion als Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion Borchen. 

Auch Volker Tschischke selbst war und ist diese Trennung wichtig. Gerade weil beide Rollen unterschiedliche Zusammenhänge betreffen, ist eine klare Unterscheidung notwendig: Einschätzungen, die Volker Tschischke in seiner Funktion als Vorsitzender von Vernunftkraft NRW oder als Privatperson äußert, sind nicht automatisch Positionen der SPD Borchen oder der SPD-Ratsfraktion. Umgekehrt bedeutet diese notwendige Rollentrennung ausdrücklich keine persönliche Distanzierung von Volker Tschischke. Sie dient allein dazu, die gemeinsame politische Linie von Ortsverein und Fraktion eindeutig darzustellen. 

Die politischen Positionen der SPD Borchen und der SPD-Ratsfraktion werden durch gemeinsame Beratungen, Beschlüsse und Entscheidungen von Partei und Fraktion bestimmt. Für uns gilt: Wir stehen zur Energiewende, zum Ausbau der erneuerbaren Energien und zu einer faktenbasierten politischen Debatte. 

Was wir ablehnen, ist eine politische Instrumentalisierung fachlicher Unsicherheiten, wenn sie dazu genutzt wird, den Ausbau erneuerbarer Energien grundsätzlich zu verhindern oder demokratisch getroffene Entscheidungen dauerhaft infrage zu stellen. Diese Kritik richtet sich nicht gegen einzelne Personen innerhalb unserer Partei oder Fraktion, sondern gegen politische Strategien, die Ängste schüren, Zweifel gezielt verstärken und notwendige Zukunftsentscheidungen blockieren. 

Wir respektieren die Sorgen und Fragen von Bürgerinnen und Bürgern. Gerade deshalb ist es wichtig, die Debatte sachlich, transparent und auf Grundlage belastbarer fachlicher Erkenntnisse zu führen. Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen überprüfbar, transparent und fachlich belastbar sein. Politische Entscheidungen von großer Tragweite dürfen nicht auf einseitigen oder ungeprüften Darstellungen beruhen. Dafür müssen behauptete Zusammenhänge sauber hergeleitet, nachvollziehbar belegt und unabhängig überprüfbar sein. 

Deutschland, unsere Region und Borchen stehen vor der Aufgabe, die Energieversorgung klimaneutral, unabhängiger und zukunftsfest zu gestalten. Diese Herausforderung verlangt verantwortungsvolle Entscheidungen. Die SPD Borchen und die SPD-Ratsfraktion sind bereit, diese Verantwortung gemeinsam zu übernehmen. 

Für die SPD Borchen und die SPD-Ratsfraktion gilt deshalb: Wir stehen zur Energiewende. Wir stehen zum Ausbau der Windkraft auf den dafür vorgesehenen Flächen. Und wir stehen für eine Politik, die sich an Fakten, Verantwortung und den Interessen künftiger Generationen orientiert. 

gez. 

Jannik Walter Volker Tschischke 

Vorsitzender der SPD Borchen Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion in Borchen 

Mitgliederversammlung vom 15.04.2026

Am Mittwoch, den 15. April 2026, fand unsere diesjährige Mitgliederversammlung der SPD Borchen im Hotel Pfeffermühle statt. Sie stand in einer Zeit, in der Borchen vor wichtigen Herausforderungen wie soliden Haushaltsentscheidungen, einer zukunftsfähigen Infrastruktur und der Stärkung des Ehrenamts steht. In konstruktiver und zugleich angenehmer Atmosphäre kamen zahlreiche Mitglieder zusammen, um Bilanz zu ziehen und klare politische Schwerpunkte für die kommende Zeit zu setzen.

Einen würdigen Moment bildete die Ehrung von Andreas Hahn, der für beeindruckende 40 Jahre Parteimitgliedschaft ausgezeichnet wurde. Sein langjähriges Engagement steht beispielhaft für den Einsatz vieler Genossinnen und Genossen, die sich über Jahrzehnte hinweg für soziale Gerechtigkeit, Zusammenhalt und eine starke kommunale Politik einsetzen. Für diese außergewöhnliche Treue und Mitarbeit sprechen wir unseren herzlichen Dank sowie unsere große Anerkennung aus.

Die Versammlung machte zugleich deutlich: Die SPD Borchen gestaltet den Generationswechsel aktiv und verantwortungsvoll , um neue Ideen einzubringen, Verantwortung frühzeitig zu übergeben und die Kommunalpolitik in Borchen zukunftsfähig aufzustellen. Nach 25 Jahren als Kassenwart übergab Jürgen Gerasch sein Amt an Leon Scholtyssek. Wir danken Jürgen Gerasch ausdrücklich für seine verlässliche und gewissenhafte Arbeit über ein Vierteljahrhundert hinweg. Leon Scholtyssek wünschen wir viel Erfolg, eine sichere Hand und Durchsetzungsvermögen in seiner neuen Aufgabe.

Jannik Walter wurde in seinem Amt als erster Vorsitzender bestätigt und wird den Ortsverein weiterhin engagiert führen. Lea Berndt legte ihr Amt aus persönlichen Gründen nieder. Der Ortsverein bedankt sich ausdrücklich für ihren Einsatz in den vergangenen zwei Jahren sowie insbesondere für ihr Engagement als Bürgermeisterkandidatin im Wahlkampf zur Kommunalwahl 2025. Sie hat wichtige Impulse gesetzt und unsere Positionen sichtbar vertreten. Für ihren weiteren Weg wünschen wir ihr alles Gute.

Neben Hendrik Zernke, der weiterhin als stellvertretender Vorsitzender tätig bleibt, übernimmt künftig auch Viktor Müller Verantwortung als weiterer stellvertretender Vorsitzender. Hans Jörg Nordmeyer führt sein Amt als Schriftführer weiterhin zuverlässig fort.

Als Beisitzer wurden Herbert Berger, Jürgen Gerasch, Jürgen Schmidt, Frank Tripp und Volker Tschischke gewählt. Künftig sollen die Beisitzer noch stärker in konkrete politische und organisatorische Aufgaben eingebunden werden. Damit verteilen wir Verantwortung bewusst auf mehrere Schultern und stärken die Handlungsfähigkeit unseres Ortsvereins.

Die SPD Borchen blickt mit Zuversicht und klarer Haltung auf die kommenden Jahre. Mit einer guten Mischung aus Erfahrung und neuen Ideen sind wir bereit, die Herausforderungen vor Ort aktiv anzugehen und unsere Gemeinde sozial gerecht, zukunftsfähig und lebenswert zu gestalten. Gerade in Zeiten gesellschaftlichen Wandels, angespannter Haushaltslagen und wirtschaftlicher Herausforderungen stehen wir für eine verlässliche, bürgernahe Politik, die von sozialen Werten, Solidarität und gelebter Vielfalt getragen ist. Allen Gewählten gratulieren wir herzlich und wünschen ihnen viel Erfolg, Tatkraft und Durchhaltevermögen bei ihrer wichtigen Arbeit für Borchen.

Mehr Schulsozialarbeit für Borchen – Warum wir nicht locker lassen

Die SPD Borchen setzt sich gemeinsam mit den Freien Wählern seit Langem für eine Stärkung der Schulsozialarbeit in unserer Gemeinde ein. Unser Antrag, die Schulsozialarbeit an den Borchener Schulen um eine halbe Stelle aufzustocken und nicht voll besetzte Stellen zu füllen, wurde am 20.01.2026 im Ausschuss für Schule, Kultur, Jugend und Sport jedoch von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und AfD abgelehnt.

Diese Entscheidung enttäuscht uns! Vor allem mit Blick auf die Kinder, Jugendlichen und Familien in Borchen.

Der Bedarf ist offensichtlich

In der Ausschusssitzung vom 25.11.2025 wurde deutlich: Die Herausforderungen für Kinder und Jugendliche wachsen stetig. Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter berichten von zunehmenden Belastungen, sei es durch mediale Einflüsse, soziale Unsicherheiten oder familiäre Problemlagen.

Auch aus der Praxis wurde der Bedarf klar benannt: Für jede Schule sei perspektivisch eine eigene Stelle notwendig. Selbst wir als SPD, die die angespannte Haushaltslage nicht ausblenden, haben bewusst eine maßvolle Erweiterung vorgeschlagen, als ersten, verantwortungsvollen Schritt.

Vertrauen braucht Verlässlichkeit

CDU und Grüne argumentierten, man könne stattdessen prüfen, ob Fördermittel oder befristete Kräfte, etwa Praktikantinnen, Studierende oder Anerkennungsjahrgänge, eingesetzt werden könnten.

Doch Schulsozialarbeit ist Vertrauensarbeit. Kinder öffnen sich nicht beliebig wechselnden Ansprechpartnern. Familien brauchen langfristige Bezugspersonen. Befristete Lösungen schaffen Unsicherheit, sowohl für die Beschäftigten als auch für die Betroffenen.

Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen in Nordrhein-Westfalen unterstreichen die Notwendigkeit verlässlicher Strukturen. Schulsozialarbeit ist keine beliebige Zusatzleistung, sondern bewegt sich im Schnittfeld von Schule und Jugendhilfe. Grundlage sind insbesondere das Achte Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII – Kinder- und Jugendhilfe) sowie das Schulgesetz NRW.

Nach § 13a SGB VIII (Jugendsozialarbeit) sollen junge Menschen mit sozialen Benachteiligungen oder individuellen Beeinträchtigungen gefördert und in ihrer schulischen und beruflichen Entwicklung unterstützt werden. Diese Aufgabe ist ausdrücklich auf Kontinuität, individuelle Begleitung und Integration angelegt – also gerade nicht auf kurzfristige oder projektbezogene Einsätze.

Zugleich verpflichtet das Schulgesetz NRW die Schulträger im Rahmen ihrer Verantwortung für eine funktionsfähige Schule, geeignete Unterstützungsstrukturen vorzuhalten. Schulsozialarbeit ist dabei ein etabliertes Instrument, um Bildungs- und Teilhabechancen zu sichern, Konflikte frühzeitig aufzufangen und das Kindeswohl zu stärken. Auch das Kinder- und Jugendfördergesetz NRW betont die Bedeutung präventiver, kontinuierlicher Angebote für junge Menschen.

Wer diese gesetzlichen Aufgaben ernst nimmt, kann sich nicht dauerhaft auf befristete Programme oder wechselndes Personal stützen. Prävention, Vertrauensaufbau und Kinderschutz benötigen institutionelle Verlässlichkeit und dauerhaft abgesicherte Fachstellen.

Zusätzlich konkretisiert das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen im Runderlass zur „Beschäftigung von Fachkräften für Schulsozialarbeit“ die fachlichen Anforderungen und Rahmenbedingungen. Dort wird klargestellt, dass Schulsozialarbeit durch qualifizierte sozialpädagogische Fachkräfte wahrzunehmen ist und als eigenständiges professionelles Handlungsfeld ausgestaltet wird. Die Aufgabenbeschreibung umfasst u. a. Beratung, Einzelfallhilfe, sozialpädagogische Gruppenangebote, Krisenintervention sowie die Kooperation mit Jugendhilfe und anderen Institutionen. Diese Aufgaben setzen Fachlichkeit, Kontinuität und verlässliche Zuständigkeiten voraus – sie sind nicht auf kurzfristige oder rein projektbezogene Einsätze angelegt.

Wenn selbst das Land NRW die Tätigkeit klar als fachlich anspruchsvolle, kontinuierliche sozialpädagogische Arbeit definiert, wird deutlich: Schulsozialarbeit darf nicht auf wechselnde, befristete Unterstützungsformate reduziert werden. Wer Qualität sichern will, muss auch strukturelle Verlässlichkeit schaffen.

Praktikantinnen, Studierende oder Anerkennungsjahrgänge können wertvolle Ergänzungen sein – aber sie ersetzen keine dauerhaft verankerten Fachstellen. Gerade in sensiblen Bereichen wie Krisenintervention, Konfliktbearbeitung oder Kinderschutz braucht es Kontinuität, Erfahrung und institutionelle Verlässlichkeit.

Förderprogramme können ergänzen. Sie können aber keine solide, langfristige Struktur ersetzen.

Investitionen in Kinder sind keine freiwillige Kür

Mit Verweis auf die angespannte Haushaltslage wurde die Aufstockung abgelehnt. Wir halten das für ein falsches Signal.

Gerade in schwierigen Zeiten muss klar priorisiert werden: Investitionen in Kinder und Jugendliche sind keine beliebigen „freiwilligen Leistungen“, sondern Zukunftssicherung. Wer heute bei Prävention und Unterstützung spart, zahlt morgen womöglich deutlich höhere soziale Folgekosten. Ein Argument, das selbst aus Reihen anderer Fraktionen anerkannt wurde.

Zugleich sehen wir sehr wohl Einsparpotenziale an anderer Stelle, etwa bei der geplanten Neumöblierung des Rathaussaals. Für uns ist klar: Die Zukunft unserer Kinder muss Vorrang haben.

Borchen wächst – die Verantwortung wächst mit

Borchen wächst. Neue Baugebiete entstehen, junge Familien ziehen zu. Wer Borchen attraktiv für Familien halten will, muss in Bildung und soziale Unterstützung investieren.

Schulsozialarbeit ist ein zentraler Baustein für Chancengerechtigkeit, Integration und ein gutes Miteinander. Sie entlastet Lehrkräfte, unterstützt Eltern und hilft Kindern, schwierige Situationen zu bewältigen, bevor sie eskalieren.

Wir bleiben dran

Dass unsere Pressemeldung in der Lokalpresse bislang keine Berücksichtigung gefunden hat, macht deutlich: Wir müssen dieses Thema noch stärker in die Öffentlichkeit tragen.

Denn es betrifft nicht nur politische Gremien, es betrifft jede Familie mit Kindern an Borchener Schulen.

Wir als SPD Borchen werden nicht locker lassen. Wir werden weiterhin dafür eintreten, dass Schulsozialarbeit in Borchen die Unterstützung erhält, die sie braucht. Für unsere Kinder. Für unsere Familien. Für die Zukunft unserer Gemeinde.

Unsere Pressemeldung vom 20.01.2026: