Klarstellung der SPD Borchen zum Artikel: „Kritik an der Infraschall- Studie wächst“ vom 19.06.2026 

Seit der Veröffentlichung des Artikels haben uns vermehrt Borchener Bürgerinnen und Bürger angesprochen. Daher möchten wir, die SPD Borchen und die SPD-Ratsfraktion, gerne unsere Position darstellen und erläutern. 

Die SPD Borchen und die SPD-Ratsfraktion stehen weiterhin klar und deutlich hinter der Energiewende und dem notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Ausbau der Windkraft ist dabei ein unverzichtbarer Baustein für eine sichere, klimafreundliche und langfristig bezahlbare Energieversorgung. 

Vor diesem Hintergrund unterstützen wir die Ausweisung und Entwicklung der im Regionalplan Wind der Bezirksregierung Detmold vorgesehenen Flächen. Die Planungen beruhen auf rechtsstaatlichen Verfahren, fachlichen Abwägungen und den geltenden gesetzlichen Vorgaben. Sie schaffen die Grundlage dafür, dass die Region ihren Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele und der Energiewende leisten kann. 

Die derzeitige Diskussion um die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Infraschall um Prof. Dr. Christian Vahle und Oliver Dietz nehmen wir zur Kenntnis. Zugleich stellen wir unmissverständlich klar: Die SPD Borchen und die SPD-Ratsfraktion distanzieren sich von diesen Ergebnissen als Grundlage politischer Entscheidungen zur Windkraftplanung in Borchen. Wir machen uns die darin vertretenen Thesen nicht zu eigen und erkennen sie nicht als belastbare wissenschaftliche Grundlage für unsere politische Bewertung an. 

Nach unserer Einschätzung sind die Ergebnisse der Arbeitsgruppe nicht geeignet, die fachlichen Grundlagen des Regionalplans Wind, die geltenden Planungsverfahren oder die grundsätzliche Notwendigkeit des Ausbaus erneuerbarer Energien infrage zu stellen. Bestehende Kritik, unter anderem dargestellt im Faktencheck der Tagesschau vom 10.06.2026 sowie in der Stellungnahme des Umweltbundesamtes, bestätigt für uns, dass diese Ergebnisse sehr kritisch eingeordnet werden müssen. 

Für die SPD Borchen und die SPD-Ratsfraktion bleibt maßgeblich: Unsere politische Haltung zur Windkraftplanung beruht nicht auf den Einschätzungen dieser Arbeitsgruppe, sondern auf den geltenden gesetzlichen Vorgaben, den zuständigen Fachbehörden, den demokratisch vorgesehenen Planungsverfahren und unserer Verantwortung für eine sichere, klimafreundliche und langfristig bezahlbare Energieversorgung. 

Rückblickend müssen wir feststellen, dass die unterschiedlichen Rollen von Volker Tschischke in der öffentlichen Darstellung nicht klar genug voneinander getrennt wurden. Volker Tschischke wurde 

zunächst in seiner Funktion als Vorsitzender von Vernunftkraft NRW zu den Ergebnissen der Arbeitsgruppe Infraschall befragt. Im weiteren Verlauf der Kommunikation ging es auch um seine Funktion als Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion Borchen. 

Auch Volker Tschischke selbst war und ist diese Trennung wichtig. Gerade weil beide Rollen unterschiedliche Zusammenhänge betreffen, ist eine klare Unterscheidung notwendig: Einschätzungen, die Volker Tschischke in seiner Funktion als Vorsitzender von Vernunftkraft NRW oder als Privatperson äußert, sind nicht automatisch Positionen der SPD Borchen oder der SPD-Ratsfraktion. Umgekehrt bedeutet diese notwendige Rollentrennung ausdrücklich keine persönliche Distanzierung von Volker Tschischke. Sie dient allein dazu, die gemeinsame politische Linie von Ortsverein und Fraktion eindeutig darzustellen. 

Die politischen Positionen der SPD Borchen und der SPD-Ratsfraktion werden durch gemeinsame Beratungen, Beschlüsse und Entscheidungen von Partei und Fraktion bestimmt. Für uns gilt: Wir stehen zur Energiewende, zum Ausbau der erneuerbaren Energien und zu einer faktenbasierten politischen Debatte. 

Was wir ablehnen, ist eine politische Instrumentalisierung fachlicher Unsicherheiten, wenn sie dazu genutzt wird, den Ausbau erneuerbarer Energien grundsätzlich zu verhindern oder demokratisch getroffene Entscheidungen dauerhaft infrage zu stellen. Diese Kritik richtet sich nicht gegen einzelne Personen innerhalb unserer Partei oder Fraktion, sondern gegen politische Strategien, die Ängste schüren, Zweifel gezielt verstärken und notwendige Zukunftsentscheidungen blockieren. 

Wir respektieren die Sorgen und Fragen von Bürgerinnen und Bürgern. Gerade deshalb ist es wichtig, die Debatte sachlich, transparent und auf Grundlage belastbarer fachlicher Erkenntnisse zu führen. Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen überprüfbar, transparent und fachlich belastbar sein. Politische Entscheidungen von großer Tragweite dürfen nicht auf einseitigen oder ungeprüften Darstellungen beruhen. Dafür müssen behauptete Zusammenhänge sauber hergeleitet, nachvollziehbar belegt und unabhängig überprüfbar sein. 

Deutschland, unsere Region und Borchen stehen vor der Aufgabe, die Energieversorgung klimaneutral, unabhängiger und zukunftsfest zu gestalten. Diese Herausforderung verlangt verantwortungsvolle Entscheidungen. Die SPD Borchen und die SPD-Ratsfraktion sind bereit, diese Verantwortung gemeinsam zu übernehmen. 

Für die SPD Borchen und die SPD-Ratsfraktion gilt deshalb: Wir stehen zur Energiewende. Wir stehen zum Ausbau der Windkraft auf den dafür vorgesehenen Flächen. Und wir stehen für eine Politik, die sich an Fakten, Verantwortung und den Interessen künftiger Generationen orientiert. 

gez. 

Jannik Walter Volker Tschischke 

Vorsitzender der SPD Borchen Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion in Borchen